Spielberichte Bundesliga 07/08
3. Spieltag: Bayer 04 Leverkusen - KSC 3:0

25.08.2007, Leverkusen, BayArena

Am 3. Spieltag stand die kürzeste Auswärtsfahrt an - in 28 Minuten von Köln-Ehrenfeld nach Leverkusen-Mitte.
Am Ehrenfelder Bahnhof stieß Andrea aus Pulheim dazu. Außerdem standen am Bahnsteig noch zwei weitere KSC-Fans . Die beiden warfen uns allerdings auf unser freundliches "Hallo" einen derart bösen Blick zu, dass wir weitergehende Kommmunikationsversuche lieber unterließen.

Im Zug bahnten wir uns unseren Weg zwischen lauter Techno-Fans auf dem Weg zur Essener Love-Parade und ergatterten sogar einen Sitzplatz. In Köln-Mülheim stieg noch Markus zu, und ein paar Minuten später waren wir dann auch schon in Leverkusen. Wenn nur der Wildpark auch so leicht zu erreichen wäre.

Nach kurzem Fußweg standen wir dann vor dem Gästeblock der BayArena. Überraschenderweise gab es hier noch recht viele Leute, die Karten übrig hatten. Da hat wohl manch einer bei dem schönen Wetter lieber den Grill angeworfen, anstatt nach Leverkusen zu fahren - ärgerlich für die Fans, die wirklich zum Spiel gewollt hätten und vielleicht kein günstiges Ticket mehr bekommen haben.

Da ich noch die Eintrittskarte eines Bekannten in der Tasche hatte, standen wir uns vor dem Stadion eine halbe Stunde die Beine in den Bauch, bis dieser in aller Seelenruhe eingetrudelt kam. Mir drängte sich zunehmend die Vermutung auf, dass hier wohl in naher Zukunft jemand ein Spiel aufgrund von Unpünktlichkeit verpassen wird.

Dann konnten wir endlich ins Stadion, nachdem wir die etwas willkürlichen Einlasskontrollen hinter uns gebracht hatten. Während Andreas Caprisonne-Tütchen offenbar als gefährliches Wurfgeschoss identifiziert und umgehend einkassiert wurden, kam ich mit besagtem Gefahrgut problemlos in die BayArena.

Der Gästebereich des Stadions war gut besetzt, wobei allerdings auf den teueren Gäste-Sitzplätzen doch einige Lücke zu sehen waren. Der Bayer-Fanblock füllte sich erst Minuten vor Spielbeginn und war selten zu hören, was vielleicht aber auch an der Akkustik des Stadions lag.

Die mitgereisten KSCler lieferten von Beginn an einen Top-Support ab. Die Vorstellung auf dem Platz konnte da nur in der Anfangsphase mithalten, als Kapllani die Chance zur Führung vergab.

Danach wurde es dann immer chaotischer in der KSC-Abwehr, die einen ziemlich überforderten Eindruck machte. Killer-Miller schwankte zwischen Genie und Wahnsinn, mal legte sich fast selbst ein Ei ins Netz, dann verhinderte er wieder Schlimmeres. Irgendwann war das Unheil aber nicht mehr aufzuhalten, und zur Halbzeit war das Spiel beim Stand von 0:3 bereits gelaufen.

Absolut erstligareif war weiterhin die Anfeuerung aus dem Gästeblock, während der zweiten Hälfte wurde fast durchgehend gesungen, von "Ihr seid ein Vorort von Kölle" über Schalparade zu "Für immer KSC" bis hin zum dem Spiel angemessenen Achterbahnlied. Weniger passend hingegen erklang auch "hol dir die drei Punkte" - von den drei Punkten waren wir zu der Zeit ungefähr so weit weg wie von unsere Gegenspielern.

Zumindest konnte ein noch größeres Debakel in Halbzeit zwei vermieden werden, und die Mannschaft wurde nach Abpfiff trotzdem gefeiert. Noch überwiegt wohl die Freude, wieder im Oberhaus dabei zu sein.

Danach ging es zurück zum Bahnhof, wo wir ziemlich lange auf einen Zug warten mussten, der uns vom Vorort wieder in die Stadt brachte.

Nächste Woche ist Derbytime - neues Spiel, neues Glück!


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3. Spieltag: Bayer 04 Leverkusen - KSC 3:0
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