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Spielberichte Bundesliga 08/09
11. Spieltag: 1899 Hoffenheim - KSC 4:1

01.11.2008, Mannheim, Carl-Benz-Stadion

Früh morgens machten wir uns von Köln aus per Zug auf den Weg in die Quadratestadt, wo die Retorte derzeit ihre Heimspiele austrägt. Mit im Wagen waren auch einige FC-Fans auf dem Weg in den Talkessel, welche die Mitreisenden mit der FC-Hymne beglückten. Auch auf den Zustand der Zugtoilette hatte der erhebliche Kölsch-Konsum der Geißböcke negativen Einfluss, so waren wir froh, als wir um kurz nach zwölf mit halbstündiger Verspätung in Mannheim eintrudelten.
Dort war bereits ein grünes Empfangskommitee postiert, das es aber nicht auf zwei harmlos wirkende Frauen abgesehen hatte und uns anstandslos passieren ließ.

Am Bahnhof trafen wir uns mit einer in Heidelberg wohnenden Freundin und gingen zunächst in ein gemütliches Cafe. Fußballfans waren dort wohl eher untypisch, vielleicht war die Bedienung deshalb so unfreundlich. Das Essen war aber lecker, und so ging es dann gut gestärkt am Luisenpark entlang zum Stadion. Gut, dass das Wetter sich am heutigen Tage von seiner besten Seite zeigte.

Vor dem Eingang zum Gästeblock waren die Ordner wohl zu größter Gründlichkeit angehalten worden. Meine Capri-Sonne-Tütchen waren schon deutlich zuviel des Guten ("Nee, also das dürfen Sie nicht mit reinnehmen"). Na klar, damit kann man sicher heimtückische Mordanschläge verüben, dass ich da nicht selbst darauf gekommen bin...

Drinnen warteten wir noch auf Susanne. Carsten hingegen war parallel mit diversen KSC-Zügen am Hfb eingetroffen. Das nennte man wohl zur falschen Zeit am falschen Ort sein, zur Belohnung gab es einen längeren Fußmarsch zum Stadion unter Polizeibewachung.

Im Stehplatzblock wurde es richtig eng, nachdem die ganzen Spaziergänger eingetroffen waren. Umfallen konnte man zumindest nicht mehr.

Die Stimmung war bei den rund 5000 Gästefans war emotional. Das Duell gegen den reichen Aufsteiger war von den Medien zum Baden-Derby hochstilisiert worden, was die Mitgereisten allerdings anders sahen. Zu einem richtigen Derby gehört schließlich ein Mindestmaß an Tradition, wovon die aufstrebende Retorte nichts vorzuweisen hat. Entsprechende Plakate wurden von den Karlsruhern präsentiert, zum Beispiel "Tradition seit 1899 - selten so gelacht".

Die Hoppelheimer hingegen präsentierten ein Spruchband "Badens neue Nummer 1", derartige Arroganz von Modefans mit nagelneuen Schals verursachte doch leichten Brechreiz.
Das vor Anpfiff gespielte Badenerlied wurde seitens der Gästefans boykottiert und von "Wir sind Badener und ihr nicht"-Rufen begleitet.

Beim Einlauf der Mannschaften wurde kleine Banner mit Aufschrift "Pro Tradition" und "Contra Hopp" hochgehalten.

Der Support während des Spieles war sehr ordentlich. Hin und wieder gab es einige Äußerungen in Richtung des Hoffenheimer Mäzens, die unter die Kategorie "nicht druckreif" fallen, hauptsächlich wurde aber die eigene Elf unterstützt. Das war auch nötig gegen die schnellen Offensivkräfte des Gegners. Ehe man sich versah, stand es auch schon 0-1, doch diesmal ließ die Antwort des KSC nicht lange auf sich warten. Sebastian Freis schnelles Ausgleichstor sorgte für den lautstärksten Torjubel des Tages. Der KSC hielt kämpferisch gut dagegen und verdiente sich den 1-1-Halbzeitstand.

In der Pause kam dann auch der gesperrte KSC-Kapitän in den Gästeblock, wo Iron-Maik Franz natürlich herzlich willkommen geheißen wurde.

In Halbzeit zwei drehten die Hoppsassa-Kicker allerdings noch mehr auf. Zum ungünstigsten Zeitpunkt, nachdem der KSC gerade eine Chance ausgelassen hatte, musste Killer-Miller hinter sich greifen. Dass man sich danach noch abschießen ließ, war unnötig und entsprach so nicht dem Spielverlauf.
Die Hoppenheimer Fans, von denen man während des Spiels reichlich wenig gehört hatte, fühlten sich dann auch prompt bemüßigt, ein "Gegen Hoffe kann man mal verlieren" zum Besten zu geben. Armes Fußball-Deutschland...

Nach Abpfiff wurden die KSC-Spieler mit Applaus verabschiedet, die kämpferische Einstellung hatte zumindest gestimmt.

Etwas nervig gestaltete sich der Rückweg, den wir diesmal mit Bekannten im Auto antraten. Zunächst gab es eine Blocksperre, danach wurden die Gästefans noch weiter am Abmarsch gehindert, bis die Heimzuschauer weitgehend weg waren. Als wir dann endlich am Parkplatz waren, dauerte es in einem völligen Verkehrschaos noch eine gute Stunde, bis schließlich die Autobahn erreicht war. Um kurz vor neun waren wir dann zurück in der Domstadt.


Siehe auch:
> Bundesliga 08/09 > 11. Spieltag: 1899 Hoffenheim - KSC 4:1
11. Spieltag: 1899 Hoffenheim - KSC 4:1
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