Spielberichte Bundesliga 08/09
18. Spieltag: VfL Bochum - KSC 2:0
01.02.2009, Bochum, rewirpowerSTADION
Der KSC hatte bereits vor Rückrundenbeginn jeglichen Optimismus im Keim erstickt und einen ebenso unterirdischen wie erfolglosen Auftritt im Pokal geliefert.
Im ersten Ligaspiel ging es dann beim direkten Konkurrenten Bochum in Sachen Abstiegskampf ans Eingemachte. So richtig motiviert war man nicht gerade nach dem erbärmlichen Pokalspiel, aber schließlich konnte es ja nur besser werden - irgendeinen Vorteil muss es ja haben, wenn man am absoluten Tiefpunkt angelangt ist.
Per Regionalbahn erreichten wir den Ruhrpott schon ziemlich früh und suchten uns zunächst ein Cafe in der ausgestorbenen Bochumer Innenstadt. Wir landeten in einem ganz nett erscheinenden Laden, wo wir fast die einzigen Gäste waren. Der Besitzer hatte aber offenbar Langeweile und textete uns dermaßen zu, dass uns glatt der Kaffee kalt wurde. Leider hatte er auch ein paar seltsame Ansichten über Fußball: "Warum schaut ihr Euch das Gekicke an, Sinsheim ist doch nicht so weit, da gibt's schönen Fußball, ich verstehe euch nicht". Bei so einer schlagkräftigen Argumentation fiel uns natürlich nicht viel ein. Da gab es wohl ein grundlegendes Kommunikationsproblem. Stattdessen überdachten wir noch einmal die Höhe des Trinkgeldes.
Nachdem wir schlussendlich doch noch Kaffe und Kuchen beseitigt hatten, fuhren wir mit der U-Bahn zum rewirpower-Stadion, in alten Zeiten auch als Ruhrstadion bekannt.
Am Morgen hatte es geschneit und es war erbärmlich kalt draußen, so dass man nur auf ein erwärmendes Spiel und die Wirkung des Glühweins hoffen konnte. Vor dem Stadion trafen wir noch einige Bekannte und Fanclubmitglieder, ehe wir uns rechtzeitig in den gut gefüllten Gästeblock in der Ecke begaben.
Die KSC-Spieler wurden beim Warmmachen mit lautstarken "Auswärtssieg"-Rufen empfangen, was hoffentlich nicht ironisch klang.
Die Bochumer Fans hingegen waren sauer auf ihren Vorstand, nachdem der Kapitän Thomas Zdebel in der Winterpause nach einigen kritischen Äußerungen aussortiert worden war. Zum Einlauf der Teams gab es seitens der Gastgeber ein Spruchbanner "Es reicht - Schluss mitdesolater Vereinspolitik", dazu wurden Zettel mit Zdebels Rückennummer 8 hochgehalten.
Im Gästeblock wurde von Beginn an lautstark angefeuert - was bleibt einem auch anderes übrig. Der KSC agierte diesmal deutlich offensiver, neben zwei Stürmern durfte auch der oft geforderte Youngster Lars Stindl von Beginn an ran. Der Auftritt der Blau-Weißen war denn auch deutlich besser anzusehen als zuletzt. Für das erste Hände-über-dem-Kopf-Zusammenschlagen im Gästeblock sorgte Sebastian Freis, der zum gefühlten hundertsten Mal in dieser Spielzeit alleine vorm Torwart auftauchte und wie üblich den Ball nicht im Tor unterbrachte.
Während der KSC also ansehnlich spielte, aber die Chancen wie so oft ungenutzt ließ, waren die insgesamt ziemlich harmlosen Bochumer in dieser Hinsicht deutlich konsequenter. Bei einem Freistoß ließ sich die KSC-Mauer hinters Licht führen und schon stand es wieder 0:1. Daran sollte sich bis zur Halbzeit auch nichts ändern.
Nach dem Wechsel drängte der KSC weiter auf den Ausgleich, außer einem Abseitstor durch Christian Timm kam allerdings nichts dabei heraus. So kam es wie es kommen musste, der Bochumer Neuzugang Klimowicz vollendete eine der wenigen Bochumer Chancen eiskalt zum 2:0.
Im Gästeblock machten sich erneut Frust breit, es blieb die nicht gerade neue Erkenntnis, dass man ohne Tore kein Spiel gewinnen kann. Nach Abpfiff trotteten die KSC-Kicker zu ihrem Anhang und mussten sich lautstarke "Wir haben die Schnauze voll"-Rufe gefallen lassen. Eigentlich waren die Unmutsäußerungen heute nicht in dem Maße gerechtfertigt, aber da war wohl verständlicherweise noch eine Portion Wut über das Pokalaus mit im Spiel - alles in allem ein völlig verkorkster Start ins neue Jahr.
Passenderweise hatte dann auch noch unser Zug Verspätung und wir nahmen erst einmal den nächsten Zug in Richtung Düsseldorf. Unterwegs wurden wir zu allem Überfluss noch von einem besoffenen älteren Herrn zugetextet ("Was ist denn das für ein Schal, vom Karlsruher Sport-VEREIN?"). Ich meinte daraufhin, dass ich nur einen Hamburger Sport-VEREIN kenne, worauf sich der gute Mann inspiriert sah, lauthals "Auf der Reeperbahn" zu singen. Hilfe, wo ist der Ausschaltknopf? An manchen Tagen bleibt einem auch nichts erspart.
Um kurz nach halb zehn kamen wir dann endlich wieder in Köln an, wo in zwei Wochen das nächste Auswärtspiel ansteht.
Siehe auch:[>] Bundesliga 08/09 > 18. Spieltag: VfL Bochum - KSC 2:0
Von floh (black-icebinder(at)web.de), 05.02.2009 23:04 Uhr:
"wie lustig mit der bahn wir wahren glücklich das die bahn verspätung hatte. Und der alte mann, eyy wir hatten euch vor dem gewahrnt oder nich!!!!!! ausserdem habt ihr euch auch recht schnell verdrückt. achja wir waren die zwei jung die sich schlafen gestellt haben als der kamm, da wir ihn schon kanten."